Echte Holzschuhe aus dem Karwendel

Der Holzschuhladen in Weerberg, Karwendelregion
Traditionell gefertigte Holzschuhe aus Tirol, Robert Winderl in seiner Werkstatt
Das Leder der Holzschuhe wird individuell nach Kundenwunsch und per Hand bestickt
Die fertigen Holzschuhe, kein Paar gleich dem anderen

Vom Holzschuh zum Kultobjekt
Was einst vorwiegend Bauern bei der Stallarbeit oder vielleicht noch LKW-Fahrer an ihren Füßen trugen, ist mittlerweile zum hippen Schuhwerk mutiert: Die aus Holz handgefertigten "Knospen", klassisch neu interpretiert oder auf welchen Wunsch auch immer individualisiert.

Was sind Knospen?
Er ist praktisch unverwüstlich, der Knospen, sprich Holzschuh, der in Weerberg von Robert und Moni Winderl, tatkräftig unterstützt von Mama Resi an der über 50 Jahre alten Nähmaschine, nach überlieferten Vorgaben hergestellt wird. War früher der Beruf des Holzschuhmachers noch ein eigener Ausbildungszweig, konnte der Junior nur noch von Papa Winderl angelernt werden.

Traditionelles Handwerk neu interpretiert
Mit dessen Erfahrung, learning by doing und der Vertrautheit seit Kindertagen perfektionierte Robert das Handwerk nicht nur, sondern geht neue, moderne Wege. Darauf angesprochen, ob für ihn immer klar war, im wahrsten Sinne des Wortes in die Fußstapfen des Vaters, Großvaters und Urgroßvaters zu treten, folgt das „Outing“, dass Winderl senior das einfach so beschlossen hatte ... also nie zur Debatte gestanden war, welche alternativen Berufe der Sprössling sonst noch ausüben könnte.

„Am Anfang wurde ich oft belächelt und gefragt, ob man davon überhaupt leben könne. Ich habe es aber nicht bereut und mich ständig weiterentwickelt“, so Robert, der heute pro Jahr 600 bis 1.000 Paare Knospen produziert, neben den Einheimischen vorwiegend den deutschen Raum bedient und bis nach Kanada liefert.

Designerstücke - auch für Prominente
Ob zu Jeans oder zur Lederhose, ob jung oder alt, ob Männlein oder Weiblein – Original Winderl-Knospen zu tragen, ist einfach cool. Früher noch in großer Stückzahl robuste Arbeitsschuhe produzierend, hat man sich am Weerberg inzwischen klar positioniert und setzt neben den Klassikern mit großer Akzeptanz auf Lifestyle und Individualität. Vom Bürgermeister bis zum Pfarrer, von Volksmusikstar Marc Pircher bis zu den Grubertalern werden die Knospen auch hoch-offiziell getragen.

Wie werden Knospen hergestellt?
Vierzehn Rindlederarten in vegetabiler Naturgerbung (Chromgerbung ist in Österreich dank des hohen Standards verboten) werden aus direkter Umgebung bezogen, so wie es der Großvater schon gehandhabt hatte. Extrem flexibel und praktisch ein Lebenswerk ist die neue „Woody“-Sohle
aus Weidenholz mit Kautschuk, der bei 1.000° Celsius verflüssigt, in Form gebracht und auf die Holzsohle vulkanisiert wird. Dadurch ist der innovative „Woody“ wesentlich leichter und „umgänglicher“, was vor allem die Damen schätzen werden, die sich noch etwas in der Unterzahl der Knospen-Freaks befinden.

Was kosten traditionelle Holzschuhe im neuen Design?
Brauchte man früher einen ganzen Tag für die Herstellung eines Paars, kann Robert Winderl die Anfertigung heute dank modernerer Maschinen und viel Übung auf zwei Stunden reine Arbeitszeit reduzieren. Dazu kommen eine weitere Stunde für die kunstvolle Stickerei – mit geschickten, flinken Händen von Gattin Moni ausgeführt – sowie genügend Zeit für Beratung und Maßnehmen. Die Standard-Knospen kosten 75 Euro, ganz persönliche Varianten etwa mit dem Tiroler Adler, dem Namen des neuen Knospenträgers oder Wunschmotiven, die per Laser eingebrannt werden, gehen bis maximal 175 Euro.

Eine Investition fürs (Schuh-)Leben, die am Land und verstärkt auch in der Stadt für lässige, trendige Furore sorgt. In ist also, wer drin ist – in den Original Weerberger Knospen als perfekt stimmigem Symbol für die Silberregion Karwendel. Und eine Freude für das kongeniale Team Robert, Moni und Oma Resi Winderl, dass ihre Arbeit so anerkannt wie erfolgreich ist. Basierend auf dem guten alten Handwerk, optimiert mit frisch-frechen Ideen, die noch lange nicht alle ausgeschöpft sind.

Edle Glockenriemen und Gürtel
Das Angebotsspektrum hört jedoch nicht bei den Knospen auf. Da wären auch noch die Glockenriemen für Kühe oder (Trachten-)Gürtel und Schuhbänder, die in der Winderl-Werkstatt mit viel Zeitaufwand (bis zu zwölf Stunden reine Stickarbeit) gefertigt werden. Hier haben Kunststofffäden die früheren Pfauenfedern abgelöst, da diese viel strapazierfähiger sind.

Der Nachwuchs steht in den Startlöchern
Familiendetail am Schuhrande: Moni Winderl hatte die Fingerfertigkeit des Stickens aus Liebe zu ihrem Robert gelernt, um sich in den Betrieb einbringen zu können. Tochter Melanie, junge Mutter, wird vielleicht auch einmal im Familienunternehmen mithelfen. Sohn Mario absolvierte zwar die Berufsaufbildung zum Elektriker, steigt aber nach der Bundeswehrzeit in den Betrieb ein – vollkommen freiwillig, wie die Eltern betonen! Und Johannes als 11-jähriges Nesthäkchen weiß jetzt schon ganz genau, was er werden will: Knospenmacher. Der Apfel fällt eben wirklich nicht weit vom Stamm ...

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